“Je genauer Dein Werk dem Leben gemäss ist - in seiner Ausführung - desto besser Dein Werk erscheint.” Albrecht Dürer 1471-1528
Sensible Bilder mit der Technik alter Meister gemalt und beschrieben von Gunter Kaufmann
Adolph von Menzel wurde 1815 in Breslau geboren. In der lithographischen Anstalt des Vaters wurde Menzel als Lithograph ausgebildet. Ein Beispiel für genaues Vorzeichnen.
An dieser Stelle will ich meine Erfahrungen und Techniken weitergeben, weil ich immer wieder gefragt werde: Wie machen Sie das?
Die besten Lehrmeister sind die alten Meister vor 100, 200, 300 und 400 Jahren. Die kannten nur die Technik: Beste Materialien und nur genaues Hinsehen ermöglichte ihnen Meisterwerke zu schaffen, die wir heute noch in den berühmten Museen der Welt bewundern können. Dabei ist es zunächst egal ob von Ölfarben, Emulsionsfarben oder von Wasserfarben die Rede ist Pigmente und Bindemittel wurden sorgsam ausgewählt. Aber das Wichtigste war bei Meistern und Schülern die genaue Beobachtung der Farbtöne, Schatten, Lichter und allen Details sowie Verkürzungen und Perspektiven. So entstanden “berühmte Portraits”.
Die Altmeisterliche Maltechnik, sofern es überhaupt eine gab, beschäftigte sich zunächst mit dem Studium der Anatomie des Menschen. Der Meister und seine Schüler zeichneten immer und immer wieder ihr Modell. Verwarfen, korrigierten, bis sie schliesslich ein zufriedenstellendes Resultat erreicht hatten. Dann wurden die Tiefen angelegt. Schliesslich wurden helle Töne und Lichter mit Bleiweiss herausgearbeitet. Das ging mit Deckfarbe (Ölfarbe) oder Tempera aber nicht mehr mit Aquarellfarbe. Denn diese ist hoch lasierend. Man kann damit zwar in zahlreichen leichten Lasuren den gewünschten Farbton finden, aber die weissen Töne werden durch das Papierweiss erzielt.
Die Mischtechnik wurde von den Holländischen Meistern zum Ende des 15. Jahrhunderts entwickelt. Es handelt sich um eine relativ schwierige Maltechnik, die jedoch wie keine andere die Effekte von Tiefe, Transparenz und Weichheit der Farbverläufe und scharfe Farbkanten ermöglicht. Diese Technik vermischt Aquarell mit dem frischen Eiweiss von Hühnern.
Die genaue Vorzeichnung erfolgt mit Bleistift oder mit Rötelstiften oder mit Wasser vermalbaren Buntstiften. Das verstehe ich für den ersten Teil als altmeisterliche Technik. Michelangelo, Dürer, Tizian, Brueghel d.Ä, Caravaggio, Menzel usw. haben nicht anders ihre Arbeiten begonnen. Das waren wahre Meister. Erst später ist man dazu übergegangen wie Künstler Vorzeichnung und Planung losmahlen - es ist die neuzeitliche Malerei, die in den berühmten Galarien der Welt eben so ihre Berechtigung haben.
In der Bildenden Kunst dient sie als Grundlage für ein späteres Werk, eine Vorzeichnung, die nicht detailliert oder ausgearbeitet sein muss, aber die für den Künstler wesentlichen Impressionen enthält. (Berühmte Skizzenbücher wie von Leonardo da Vinci, Edgar Degas und Albrecht Dürer werden manchmal selbst als Kunstobjekte angesehen.) Quelle: Wikipedia.
Wenn die Vorzeichnung “steht”, kann man locker mit Aquarellfarbe tönen, verstärken und wenn nötig, auswaschen. Beginnen Sie mit wässrigen Farbtönen, lassen Sie weisse und lichte Partien weiss und dann trocknen bevor Sie die nächste Lasur darüber legen. Mit den einzelnen Lasuren und Komplimentärfarben entsteht das sog. “optische Grau”. --- Das optische Grau entsteht da wo mit lasierenden Halbtönen der Untergrund durchwirkt.
Und da gibt es noch ein Geheimnis, um zarteste und reine Farbverläufe, z.B. im Gesicht, zu erzielen. Aber das beschreibe ich Ihnen erst im nächsten Malbrief.
Denken Sie zunächst nur an die exakte Vorzeichnung - zart mit Bleistift oder Aquarellstift ausgeführt. Das ist schon das halbe Honorar. Dann geht’s weiter mit der ersten Lasur. Oder Sie beginnen mit der von Kaufmann entwickelten Methode des Glyzierens. Dazu lesen Sie mehr im Malbrief.
Das Aufziehen von Aquarellkarton mit Eiweiss. Abhandlung ist im kostenfreien Der Malbrief Nummer 101 nachzulesen.
Gunter Kaufmann ist Mitglied im Kunstverein SPECTRUM, Bildende Kunst im Landkreis Roth e.V. Mittelfranken
Impressum: Gunter Kaufmann · Ludwig-Thoma-Str. 16 · D-90530 Wendelstein · Telefon: 09129-26 787 · E-Mail: gunter@kaufmann.de · Web: www.kaufmann.de Alle Bilder und Texte sind mein Eigentum. Für die Inhalte der Links bin ich nicht verantwortlich. Da ich die Malerei als Hobby betreibe bin ich steuerlich frei.